In aller Freundschaft: Spitzeln für Amerika

15. Juli 2014
von Pressetelegramm

Nach der Enttarnung zweier mutmaßlicher US-Agenten geben sich deutsche Politiker empört. Dabei hat sich Deutschland in den vergangenen Jahren nicht gegen US-Spionage gewehrt. CIA-Agenten ließ man gewähren, schützte sie gar vor Strafverfolgung. Die Spionageabwehr war in Richtung Westen absichtlich blind und die Zusammenarbeit deutscher und amerikanischer Geheimdienste offenbar wichtiger als deutsche Bürgerrechte. Frontal21 berichtete über eine bis heute andauernde deutsch-amerikanische Spionagefreundschaft und die wohlfeile politische Empörung übers Spitzeln für Amerika.

Der BND-Datenzugang erfolge unter der Tarnung eines großen deutschen Telekomanbieters, so ein Insider. Die Deutsche Telekom erklärte lt. Frontal21 auf Anfrage, sie dürfe „keine Auskunft zu möglichen Überwachungsmaßnahmen geben“.

Spion im Verteidigungsministerium
Unterdessen sind mehr Details über den mutmaßlichen Spion im Verteidigungsministerium bekannt geworden. Der 37-jährige Reserveoffizier Leonid K. soll zwischen 2008 und 2009 zusammen mit dem US-Bürger Andrew M. als Berater beim Aufbau des kosovarischen Geheimdienstes in Pristina tätig gewesen sein. K.s amerikanischer Vorgesetzter wird verdächtigt, mit ihm Reisen nach Istanbul unternommen und dem Deutschen unter anderem einen Laptop geschenkt zu haben. K. bestreitet, dass er als Agent für Andrew M. gearbeitet hat.

Wenige Wochen vor dem Bekanntwerden der Spionageverdachtsfälle beim Bundesnachrichtendienst und im Verteidigungsministerium hatte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, erklärt, er habe keinerlei Erkenntnisse über Spionage westlicher Geheimdienste in Deutschland.



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