Verbraucherzentrale Niedersachsen wählte neuen Vorstand und zog Bilanz

18. Juli 2014
von Pressetelegramm

Hannover. Die Mitgliederversammlung der Verbraucherzentrale Niedersachsen e. V. hat am 17. Juli 2014 Randolph Fries zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Fries, bisher stellvertretender Vorsitzender des Vereins, löst Sigrid Leuschner ab, die zwanzig Jahre lang den Vorsitz bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen innehatte.

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Bei der heutigen Bilanzpressekonferenz in Hannover würdigten der neugewählte Vorsitzende und die Geschäftsführerin Petra Kristandt das langjährige und engagierte Wirken Leuschners. Weiterhin informierten Vorstand und Geschäftsführung über die TTIP-Resolution der Mitgliederversammlung der Verbraucherzentrale und zogen Bilanz für das Jahr 2013.

Bei der turnusgemäßen Vorstandswahl anlässlich der Mitgliederversammlung der Verbraucherzentrale Niedersachsen e. V. am 17.07.2014 wählten die Delegierten der 18 Mitgliedsverbände Randolph Fries zum neuen Vorsitzenden. Der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes Niedersachen-Bremen e. V. und bisherige stellvertretende Vorsitzende übernimmt damit das Amt von Sigrid Leuschner, die nicht mehr kandidierte. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Ulrich Gransee vom Deutschen Gewerkschaftsbund, Bezirk Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt, gewählt. Ausgeschieden ist Annemarie Strüber vom Niedersächsischen LandFrauenverband. Neu gewählt als weitere Vorstandsmitglieder wurden Annegret Burgdorf vom Niedersächsischen LandFrauenverband Hannover e. V., Barbara Dreßler vom Deutschen Frauenring Landesverband Niedersachsen e. V. und Tibor Herczeg vom Verband Wohneigentum Niedersachsen e. V.

Im Namen der Verbraucherzentrale Niedersachsen bedankte sich Randolph Fries bei Sigrid Leuschner für ihre engagierte Arbeit der vergangenen zwanzig Jahre: "Sie hat der Verbraucherzentrale Niedersachsen während ihrer Zeit als ehrenamtliche Vorsitzende wertvolle Dienste erwiesen. Mit ihrer langjährigen politischen Erfahrung als Mitglied des niedersächsischen Landtages hat sie sich vor allem in den immer wieder bedrohlichen Finanzsituationen souverän bei der Landesregierung für die Verbraucherzentrale Niedersachsen stark gemacht. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Verbraucherzentrale Niedersachsen heute finanziell besser aufgestellt ist. Dank ihres Engagements hat sich die Verbraucherzentrale als eine effiziente, moderne und kundenorientierte Beratungseinrichtung profiliert."

Wahrung der Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher bei TTIP

In den besonderen Fokus der Verbraucherzentrale Niedersachsen rückt derzeit das geplante Freihandelsabkommen (TTIP - Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft) zwischen der EU und den USA. Durch den Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen versprechen sich Politiker Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze. Die Mitglieder der Verbraucherzentrale befürchten allerdings eine deutliche Aufweichung der Standards beim Verbraucherschutz (z. B. der Sicherheit und Hygiene bei Lebensmitteln) und haben deshalb auf der gestrigen Mitgliederversammlung eine Resolution zu TTIP verabschiedet. Mit dieser Resolution unterstützen die Delegierten die Landesregierung Niedersachsen in ihren Forderungen gegenüber der EU-Kommission und appellieren an die Bundesregierung, sich für bewährte Verbraucherschutzstandards einzusetzen. "Wir fordern u. a. mehr Transparenz und die Beibehaltung des Vorsorgeprinzips. Es gilt, Schäden vorzubeugen und nicht wie in den USA, Schäden teuer zu reparieren. Dies ist ein Grundprinzip in der EU-Wirtschaftsordnung, an dem nicht gerüttelt werden darf", betont Randolph Fries, Vorsitzender der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Ulrich Gransee ergänzt: "Besorgniserregend ist auch, dass künftig Verbraucherrechtsstandards als Eingriff in die Geschäftsinteressen von transnational agierenden Unternehmen angesehen und diesen Unternehmen Sonderrechte eingeräumt werden." Die Gewährleistung der wirtschaftlichen Selbstbestimmung der Verbraucher werde dadurch in hohem Maße in Frage gestellt.

Telefon und Internet, Finanzen und Versicherungen bleiben Top-Themen

Mehr als 111.000 Verbraucher in den Beratungsstellen, am Verbrauchertelefon, per Brief, Mail oder bei Vorträgen suchten im vergangenen Jahr Rat und Hilfe bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen als Anlaufstelle zu allen Aspekten des Verbraucheralltags. Ob unberechtigte Inkassoforderungen, Abmahnungen wegen Urheberrechtsverstößen, untergeschobene Verträge an der Haustür oder am Telefon oder Ärger mit dem Strom- bzw. Telekommunikationsanbieter: "Fragen zu Verbraucherrecht, Telefon und Internet waren im vergangenen Jahr unverändert hoch in der Verbraucherberatung. Eine hohe Beratungsnachfrage gab es auch zu Finanz- und Versicherungsthemen. Besonders bei der Auswahl der richtigen Finanzprodukte für die individuelle Altersvorsorge bestand großer Beratungsbedarf", resümiert Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Neuausrichtung gewinnt an Fahrt

Die seit 2013 auf 1,5 Mio. Euro jährlich erhöhte Finanzhilfe des Landes stellt erstmalig seit vielen Jahren die Verbraucherzentrale Niedersachsen wieder auf eine solide Basis. "Mit der gesetzlich abgesicherten Förderung können wir die erfolgreich eingeleitete Strukturreform weiter voranbringen. Mit der Bündelung von Beratungskompetenz in den neuen Regionalzentren bietet die Verbraucherzentrale Ratsuchenden ein zukunftsfähiges und modernes Erscheinungsbild mit verbessertem Service und Angeboten", sagt Kristandt.



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